Kommentar
des Yachttesters Georg Jung zur Taswell 58 TC

Ich habe schon viele Yachten gefahren und gesegelt. Diese Taswell 58 TC ist eine wirklich komplette Fahrtenyacht mit einer ausgezeichneten Performance und von Bill Dixon, einem namhaften Konstrukteur gezeichnet.

Die Segeleigenschaften sind hervorragend, sowohl bei rauer See mit kurzen Wellen, als auch bei raumer Fahrt und langen Wellen. Die Yacht taucht weich ein und ist stets souverän. Es gibt keinen Moment der Unsicherheit oder Beklemmnis. Die Bedienung der Yacht ist für einen erfahrenen Skipper, auch wegen des achterlich angeordneten Arbeitscockpits und der guten technischen Ausstattung, sogar einhand möglich zu segeln. Für eine kleine Crew ist der Aufwand erholsam.

Die Ausstattung und Bevorratungskapazität der Yacht erlaubt einen unbeschwerten längeren Törn auf See, ohne Einschränkung des Komforts. Allenfalls vermisst man den Landgang.

Die Yacht ist gut motorisiert und erreicht mit dem Yanmar Motor bei 2600 UMP, also bei Marschfahrt über 9,2 Knoten Geschwindigkeit.

Unter Segel (Groß- und Genua 2) hatte ich die Gelegenheit, bei 20 Knoten und 65° am Wind, 12 Knoten Fahrt zu erreichen, ohne dass der Süllrand im Wasser hing. Das späte Reffen wird auch durch den großzügig bemessenen Blei-Ballast im Scheel-Kiel erreicht. Der Kiel ist in der Rumpfschale eingegossen. Selbst eine starke Grundberührung wird die Yacht gut überstehen, denn im Gegensatz zu einem untergebolzten Kiel, kann hier nichts abreißen. Das Ruder ist an einem kurzen Skeg angeschlagen und  mehrfach gelagert. Dadurch ist es sicher  und stabil für eine Langfahrt geschützt.

Der Decksplan ist für das Mittelmeer ideal. Die 2 Cockpits, die klare Trennung in Sitz/Liegecockpit mit ausziehbarem Cockpittisch, erlaubt 7 Personen ausreichend Platz. Das anschließende Arbeitscockpit (hier laufen alle Fäden zusammen) mit all seinen Winschen, ist von 1 Person zu beherrschen, zumal die Hydraulik der Vorschotwinschen alle aufzuwendende Kräfte übernimmt. Selbst das Großsegel kann mühelos über diese Winde gesetzt werden. Der Steuermann kann sich auf die reichhaltig vorhandenen Navigationsgeräte, auf das beidseitig angeordnete hydraulische Reffsystem und die auch vom Steuerstand aus bedienbare Ankervorrichtung konzentrieren, oder den Autopiloten einschalten.

Für Segelyachten ziemlich einmalig ist die hydraulisch funktionierende Teleskop Gangway mit bis zu 3,50 m Auslage und mit Hebevorrichtung für das Beiboot, wobei die ebenfalls hydraulisch ein- und ausfahrbaren Davids für sicheren Halt als Aufnahmehalter für das Beiboot dienen. Durch diese Konstruktion behält das Heck seine elegante Form, da keine Krakenfinger, wie die sonst üblichen Davids, am Heck sichtbar sind.

Das Innendesign ist von dem erfahrenen Architekten Andrew Winch, bei einem gleichzeitig schlüssigen Grundriss, wobei sich eine wohltuende und großzügige Raumgestaltung ergibt.. Das Ambiente in der Yacht ist außergewöhnlich gut. Die Zusammenstellung der Materialien, der Teakholzmöbel und Lederpolster, in Verbindung mit der Wand-und Deckenverkleidung aus Alcantara, ist sehr elegant und vermittelt einen zeitlos modernen Wohnstiel.

Alle Kabinen sind geschmackvoll und ausreichend möbliert und ausgestattet und verfügen über einen eigenen Toilettenraum.

Die Pantry ist großzügig und komplett ausgestattet. Sie erlaubt, wenn erforderlich, 2 Köchen gleichzeitig einen Arbeitsplatz.

Am Kartentisch sind alle sinnvollen Navigationsgeräte untergebracht. Dabei bleibt die Schreibtischplatte für die Seekartennavigation frei und hat noch Platz für einen Notebook.

Fazit